MEHRSi - Sicherheit für Biker

Aktuelle Zeit: 17.01.2018, 07:48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 13.10.2012, 11:04 
Offline
Administrator

Registriert: 23.10.2003, 20:29
Beiträge: 4536
Wohnort: Koeln
hallo ihr,

der unfall - die verletzten - die erstversorgung - der notarzt!

heute dazu ein interessanter berich:

13.10.2012
Doktor Allwissend
Unfall, Blinddarm, Gewaltverbrechen: Notärzte müssen alles behandeln und viel verkraften können

NAUEN - Die Spritze geht ins Fleisch, Haut wölbt sich, der Notarzt schiebt die Nadel hin und her, damit sich das Medikament besser verteilt. Dann säubern, schneiden, nähen. Für den Mediziner ist das Routine, es kommen täglich Patienten mit offenen Wunden in die Notaufnahme. Patrick Urbaneck dagegen erlebt solche Momente eher selten. Der 31-Jährige aus Tremmen hat sich mit dem Motorrad überschlagen – mit 120 Sachen ist er auf einer Ölspur ausgerutscht – und hat sich den Arm aufgerissen. „Glück gehabt“, sagen die Ärzte. „Meine schöne Maschine“, bedauert Urbaneck.

Es ist ein ganz normaler Tag in der Nauener Unfallklinik, und der Biker gehört von den 81 Patienten, die während Rainer Gorgas’ 24-Stunden-Schicht behandelt werden, zu den schweren Fällen. Die anderen sind aber auch nicht ohne: Aus der langen Liste möglicher Krankheiten und Verletzungen ist einiges dabei. Wespenstiche, Gehirnerschütterungen, ein Mann hat sich mit der Kettensäge in den Fuß geschnitten. Die Notärzte müssen alle Patienten schnell versorgen. „Das klingt stressig“, sagt Rainer Gorgas, der die Notfallversorgung der Havellandkliniken leitet. „Aber es ist nicht der Stress, der unsere Arbeit schwierig macht. Es ist die Vielfalt.“

Weil viele Ärzte angeblich dieser Vielfalt nicht gewachsen sind, fordert die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin eine Fachausbildung zum Notfallmediziner. Die Ärzte sollen sich zwei Jahre lang zum Generalisten schulen lassen. Keine schlechte Idee, sagt Gorgas. Was sich dadurch ändern soll, könne er aber nicht erkennen. Fachübergreifend arbeite man in Nauen ohnehin: „Wir haben aus jeder Fachabteilung einen Facharzt zur Verfügung.“ Außerdem bezweifelt Gorgas, dass sich für die Fachrichtung Notfallmediziner genügend Bewerber finden würden.

Es gibt kaum eine andere Abteilung in einem Krankenhaus, in der Ärzte so schnell Diagnosen fällen müssen wie in der Notaufnahme. Dafür braucht man Erfahrung. „Und die sammelt man mit den Jahren“, sagt der 56-Jährige. Gerade in der Notversorgung werden aber häufig junge Ärzte eingesetzt, die aus dem Studium kommen und sich zum Teil noch nicht einmal Facharzt nennen dürfen. In Nauen habe man lange auf Anfänger verzichtet, erzählt der Notfallarzt, der sich seinen Dienst bis zum Abend mit einer jungen Kollegin teilt. Mittlerweile sei das aber nicht mehr möglich.

Die Schritte des Arztes hallen durch den Flur. Blutgetränkte Tupfer liegen in einem Mülleimer, Blut rinnt aus dem Arm eines Mannes, einen anderen rollen Rettungskräfte mit blutüberströmtem Bein in die Notaufnahme. „Wer das nicht abkann, hat hier nichts zu suchen“, sagt Rainer Gorgas und lächelt, wie Ärzte häufig lächeln: beruhigend.

Es ist Nachmittag und gerade nicht viel los. „Das kann sich blitzartig ändern“, sagt der Mediziner und behält recht. Ein junger Vater stürmt auf ihn zu, im Arm hält er seinen einjährigen, hysterisch weinenden Sohn. Bienen haben den Jungen gestochen – 13 Mal in den Hinterkopf. Rainer Gorgas beruhigt die Eltern. Die Stiche seien nicht lebensgefährlich, „das Kind bekommt ja noch Luft“, sagt er. Den Rest erledigt der Kinderarzt. „So machen wir das hier. Wir rufen die Spezialisten.“

Zu diesen Spezialisten gehört Olav Laubinger, 38, Traumatologe, zuständig für Knochenbrüche, Schnitt- und Schürfwunden. Einer, der viel lacht und den Eindruck erweckt, ihn könne wenig schockieren. Als er an die unangenehmen Seiten seines Berufes denkt, stellt seine Mimik schlagartig die Arbeit ein. Er sagt: „Schlimm ist es, wenn Kinder betroffen sind.“ Dann erinnert sich Olav Laubinger an den schrecklichsten Tag seiner Karriere. Ihm kam damals, im Sommer 2011, ein Mann entgegen, das Gesicht verbrannt, die Hände ebenso. „Da hatte ich noch Mitleid, ich wusste noch nicht, was er getan hat“, sagt Laubinger. Bei dem Verletzten handelte es sich um den Dänen Peter R., der gerade aus einem Wald bei Börnicke kam, wo er wegen eines Beziehungsstreits seine beiden Kinder betäubt, ins Auto gesperrt und verbrannt hatte. Für seine Tat wurde er später zu lebenslanger Haft verurteilt.

Bei solchen Geschichten schüttelt Rainer Gorgas den Kopf. „Nun stellen Sie sich mal vor, nach so einem Erlebnis müssen sie sofort zum nächsten Fall!“ Nicht der Mangel an Fachkompetenz, nicht der Druck mache die Arbeit eines Notarztes schwer, sondern die Notwendigkeit, solche Erfahrungen schnell hinter sich zu lassen und konzentriert weiterzuarbeiten. Eine Spezialausbildung könne daran wenig ändern, sagt Gorgas.

Mitunter bleibe nicht einmal die Zeit sich die Hände zu waschen, die Jacke auszuziehen, einmal kurz durchzuatmen. Da wartet schon der nächste Patient in der Ambulanz, vielleicht nur mit einer Erkältung, trotzdem voller Ungeduld. „Dann die Nerven zu behalten, ist die eigentliche Herausforderung an unserem Beruf.“

Rainer Gorgas schaut in den Operationssaal. Dort schneiden seine Kollegen dem Motorradfahrer gerade einen Hautlappen aus dem Arm. Der Patient reicht dem Arzt sein Handy und bittet ihn um ein Foto. „Das stelle ich gleich bei Facebook ein“, sagt er. Das gehört zu den angenehmeren Seiten des Berufs. Rainer Gorgas lacht. (Von Marion Schulz)

Quelle: Märkische Allgemeine
Link: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/ ... -und.html#


das was solche aerzte leisten ist wirlich unglaublich und verdient mehr als nur wertschaetzung!
mir hat ein notarzt mal erzaehlt, dass sie in den seltensten faellen, den weiteren verlauf des kranken oder verunfallten mitbekommen.
nur einmal waere ein notfallpatient, der fast gestorben ist, nach ca. einem jahr zu dem notarzt gekommen und hat sich fuer die lebensrettende massnahme bei dem notarzt bedankt!

vergessen wir nicht unser DANKE!

monika

_________________
Bild
Sicherheit für Biker
Schluss mit der Todesfalle Stützpfosten!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 13.10.2012, 11:55 
Offline

Registriert: 27.06.2006, 18:45
Beiträge: 424
Wohnort: Tiefenbronn
Auch meinen Respekt für diese Menschen. Ich könnte es nicht.

Zumindest bei der Deutschen Luftrettung kriegen die Notärzte und das fliegende Personal hin und wieder Besuche von Patienten, die sich für Ihre Rettung bedanken, wie man bei den News erfährt.

Ich würde mir auch für andere Notärzte diese positive Rückmeldung wünschen. Das motiviert zusätzlich.

bye

Ralf

_________________
Leben spenden -> http://www.dkms.de
Leben retten -> http://www.drf-luftrettung.de
DGzRS -> http://www.seenotretter.de
Bergwacht SW -> http://www.bergwacht-schwarzwald.de

http://blog.ralf-rapp.de
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de