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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 15:13 
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Hallo zusammen,

beim durchstöbern der (für mich) neuen Artikel bin ich auf folgende Frage gekommen:
Gibt es hier ein/e n Sachverständige/n der mir erklären kann ab z.B. welcher Geschwindigkeit ein Motoradfahrer/in und das Motorrad an einem Leitpfosten zerrissen wird? Gibt es möglicherweise eine Stelle die eine entsprechende Statistik aufführt?
Anlass ist die Aussage an einer Stelle das sowohl Motorrad als auch Fahrer in 'mehreren Einzelteilen verstreut' aufgefunden wurden.

Über die Gefährlichkeit der scharfkantigen Artefakte vergangener Tage will ich hier nicht reden. Mir geht es hier eher darum ob nicht an der ein oder anderen Stelle die (überhöhte??) Geschwindigkeit eher Anlass zur Kritik bietet als die baulichen Maßnahmen.

Viele Grüße
Markus


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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 15:33 
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Nun,

ich würde sagen, dass man wahrscheinlich keine verbindliche Aussage über Aufprallgeschwindigkeit und Verletzungsmuster treffen kann.

Es hängt einfach von zu vielen Variablen ab, wie Winkel, Rotationsdrehmoment und vor allem, mit welchem Körperteil man Kontakt zum Pfosten bekommt.

Aber sicher: Je geringer die Geschwindigkeit desto geringer die Folgen. Nur kann auch 30 Km/h frontal mit dem Kopf gegen den Pfosten schon zuviel sein.

bye

Ralf

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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 15:48 
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Hallo Markus,

Ich vermute mal, dass es eine solche Erhebung nicht gibt. Es würden sich sicher auch wenige Probanden zur Ermittlung der Einschlagsgeschwindigkeit finden. Die Ermittlung der Geschwindigkeit nach einem Unfall ist so extrem von äußeren Einflüssen abhängig, dass sie kaum so einer Erhebung genügen würde.

Außerdem sehe ich nur einen mittelbaren Zusammenhang zwischen Fahrgeschwindigkeit und Aufprallgeschwindigkeit. Die Aufprallgeschwindigkeit kann bsw. bei einem mit 70km/h gestürzten Fahrer höher sein als bsw. bei einem bei 90km/h ausgerutschten Fahrer sein, wenn der erstere die Kurve weiter aussen angefahren hat und somit geringeren Restweg bis zum Pfosten hatte. Duzu kommen unterschiedliche Beschaffenheit (Gleitfähigkeit) von Untergrund und Kleidung, die mehr oder weniger die Rutschphase bremsen.

Natürlich ist bei identischem Unfallverlauf derjenige mit der höheren Geschwindigkeit gefährdeter als der mit einer geringeren. Aber in diesem Zusammenhang stellt sich natürlich wieder die Frage aller Fragen: Was wäre in dieser Situation die richtige Geschwindigkeit gewesen, um JEDE (un)denkbare Situation unfallfrei beherrschen zu können. Das Ergebnis wäre sicher an vielen Stellen einen Geschwindigkeit von 30km/h oder weniger, wo eigentlich tausende Motorradfahrer erlaubte 100km/h fahren.
Mit einer angemessenen Geschwindigkeit kann man nunmal nicht wirklich jede (un)denkbare Situation beherrschen. Dazu ist Motorradfahren auf der Grund der physikalischen Gegebenheiten schon als solches gefährlich.

Man kann aber durch angemessene Fahrweise, also Aufmerksamkeit, Bremsbereitschaft und auch angemessene Geschwindigkeit, selbst dazu beitragen, die Menge der möglichen Unfallsituationen auf eine geringe Anzahl zu minimieren. Ein Restrisiko wird immer bleiben.

Und natürlich appellieren wir bei unseren Auftritten als MEHRSi-Team auch immer wieder an die Fahrer, durch entsprechende Fahrweise die nährere Bekanntschaft mit der Gefahrenquelle Leitplanke auszuschliessen. Gleichwohl gibt es sowohl genug Unvernünftige als auch Unglückliche, deren die Leitplanke und deren Pfosten immer wieder zum Verhängnis werden. Und gerade für die Unglücklichen ist es allemal wert, dafür zu sorgen, dass diese nach einem oft unverschuldeten oder durch leichten Fahrfehler passierten Sturz nicht auch noch am Pfosten schwer verletzt werden.

Im Übrigen bräuchten wir überhaupt keine Leitplanken, wenn Appelle an die Vernunft und entsprechende Fahrweise bei ALLEN Teilnehmern im Strassenverkehr fruchten würde :-)

mfg falo

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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 15:50 
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Hallo Ralf,

Ich hab wahrscheinlich früher angefangen, zu antworten, aber Du hast mit weniger Worten das gleiche gesagt :-)


mfg falo

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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 15:53 
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Hallo,
@Ralf: ja, das glaub ich schon da kann auch ein Umfaller und entsprechende Umstände zuviel sein (für den der umkippt)
@Olaf: ich stelle mich da auch nicht für Tests zur Verfügung.

Nein, konkret geht es mir um ein Beispiel und eben die Aussage das auch das Motorrad in mehreren (!) Teilen da rumlag. Das passiert sicherlich nicht bei 30 km/h oder dem besagten Umfaller.
Bevor ich hingehe und mir ein Bild eines unverbesserlichen Rasers mache versuche ich halt (wenn möglich) Anhaltspunkte für dieses Bild zu erhalten. (Das Beispiel steht im Mehrsi Forum - Realität)
Viele Grüße
Markus


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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 16:10 
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Hallo Markus,

nun verbindliche Aussagen über die Unfallgeschwindigkeit lassen sich nur dann treffen, wenn eine Bremspur vorhanden ist oder der Aufschlag auf auf eine ebene, unbeweglicher Fläche, bekannter Dichte erfolgt und sich daraus die kinetische Energie bestimmen lässt.

Das Zerstörungsbild erlaubt dies nur sehr bedingt, da zum Beispiel durch einhaken eines Fahrzeugteiles durch die resultierende Drehbewegung eine Punktbelastung auftreten kann, die das Fahrzeug zerlegt.

Aber sicher hast Du recht, dass bei extremster Zerlegung des Fahrzeuges wohl die Geschwindigkeit und damit die kinetische Energie zu hoch war.

Aber wie Falo schon sagte: Nicht jeder Fehler sollte gleich mit der härtesten aller Folgen bestraft werden. Deshalb spielt das Tema "vorausschauendes und defensives Fahren" immer eine so große Rolle bei den Pressekonferenzen der Streckensicherungen.

Tja, und ein Leitplankenpfosten unterscheidet nun einmal nicht, zwischen zu schnellen, unglücklichen oder unschuldigen Opfern.

bye

Ralf

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BeitragVerfasst: 12.10.2007, 21:28 
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... mag sein das ein Leitpfosten nicht unterscheidet, aber er dividiert die schnellen von den anderen . . . .


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BeitragVerfasst: 13.10.2007, 09:02 
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Wohnort: Tiefenbronn
Hallo Markus,

sorry, ich sehe es so: "JEDES Leben ist es wert gerettet zu werden". Unser Problem ist, dass der Pfosten bei einem Unfall eine Gefährdung darstellt, egal, wie es zu diesem Unfall gekommen ist. Ein einziges gerettetes Leben ist den Aufwand wert. Denn ein Menschenleben ist unbezahlbar.

Eine Diskussion, nach dem Motto: "Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um", wie es derzeit auch bei den Krankenversicherungen (wieder mal) begonnen wird, bringt unsere Gesellschaft nicht weiter. Denn man kann niemals differenzieren, wo beginnt es und wo endet es.

Reicht schon das Motorradfahren als solches, wie ein Richter dies vor kurzem anwenden wollte, oder 5km/h oder 50km/h zu schnell? Wo beginnt es und wo endet es?

Ich bin für saftige Strafen bei groben Verstößen, aber eben nicht für die Todesstrafe!

bye

Ralf

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BeitragVerfasst: 15.10.2007, 08:03 
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[quote="Ralf-Rapp"]Hallo Markus,

sorry, ich sehe es so: "JEDES Leben ist es wert gerettet zu werden". Unser Problem ist, dass der Pfosten bei einem Unfall eine Gefährdung darstellt, egal, wie es zu diesem Unfall gekommen ist. Ein einziges gerettetes Leben ist den Aufwand wert. Denn ein Menschenleben ist unbezahlbar.
[/quote]

Hallo Ralf,
^definitiv! Das ist wohl mit DER Hauptgrund für Mehrsi!
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: grundsätzlich wäre ich für die Todesstrafe: ABER ich kenne keine einzigen Fall der wirlich eindeutig wäre. Daraus ergibt sich das es immer eine Konstellation gibt die dagegen spricht. Demnach bin ich dagegen.

[quote="Ralf-Rapp"]Eine Diskussion, nach dem Motto: "Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um", wie es derzeit auch bei den Krankenversicherungen (wieder mal) begonnen wird, bringt unsere Gesellschaft nicht weiter. Denn man kann niemals differenzieren, wo beginnt es und wo endet es.
[/quote]
Das wäre doch lustig: wir verbieten: Fallschirmspringen, Bungee, Bergsteigen, morgens aus dem Bett aufstehen, Nasen bohren, im Haushalt natürlich Fensterputzen (als Hauptgefahr überhaupt!) . . . ., und natürlich Motorradfahren. . .
... und tschüss
Markus


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